auf dem Rücken der Pferde...

 

Springreiten

Die Ursprünge des Springreitens führen zurück in das 17. Jahrhundert nach Großbritannien. Auf Veranstaltungen zu Hofe oder auf Märkten, kam man zusammen um Potential und Qualitäten von Pferden zu präsentieren, sie zu vergleichen und die Sieger zur Zucht einzusetzen. Seit über tausend Jahren wurden Kraft und Ausdauer dieser Tiere zur Arbeit und in der Kriegsführung genutzt.

Seit dem 17. Jh. nahm auch in GB die Beliebtheit von Hetzjagden auf Wild, Eber und Füchse zu. Die Jagd erforderte ein weiteres Kriterium der Ausbildung von Pferden, das Springen. Da es bei der Jagd über Stock und Stein, Wassergräben, Baum und Borke ging, sollten die Pferde auch für diese Umstände erprobt sein. Dies war auch eine weitere Motivation für Züchter und Besitzer ihr Know - How in klingende Münze umzusetzen. Es sei dahingestellt, ob es das erste Springturnier war, doch fand 1864 in Dublin  (Irland) ein offizielles Springturnier statt, das in die Geschichte eingegan gen ist. Das Hindernis bestand seiner Zeit aus einer Hecke mit aufgelegten Holzstangen.

Im Rahmen der Pariser Weltausstellung "Exposition Universelle et Internationale de Paris" und den Olympischen Spielen 1900, wurde Springreiten salonfähig und erstmals offiziell als olympische Disziplin zugelassen. Deutschland gewann seit 1900 auf den Olympischen Spielen 5X die Goldmedaille. Zuletzt 1996 durch Ulrich Kirchhoff auf Jus de Pomme.                                                                                               
Foto: Olympiasieger D.Gardere (F) auf Canela, 1900


Die Regeln:
Pferd und Reiter müssen auf einer festgelegten Strecke, dem Parcours (franz.: u.a. Strecke, Weg) in einer bestimmten Reihenfolge und Zeit, Hindernisse überwinden. Gewonnen hat das Paar mit der geringsten Fehlerzahl. Haben mehrere die gleiche Anzahl, entscheidet ein Stechen oder die kürzere Zeit den Wettbewerb.

Strafpunkte:
sammelt man, wenn Hindernisse bzw. Teile abgeworfen werden. Auch wenn das Pferd den Sprung verweigert oder die Zeit überschritten wird. National und inter -national gibt es dabei Unterschiede. Ein Abwurf, auch Reißen genannt, zählt 4 Punkte. Ein verweigern des Pferdes zählt 3 Punkte national, 4 Punkte international. Ein Zeitfehler ¼ Punkt national, 1 Punkt international. Die Strafpunktregelung kann auf  Veranstaltungen variieren.










Hindernisse wie "Eisenbahnschranken," Rick, Oxer, Mauer, Wall, und Wassergraben sind auf dem Parcours zur Tradition geworden. Darüber hinaus gibt es eine Anzahl findiger Varianten. Reiterin und  Reiter müssen durch die geforderten Steil,- Hoch und Weitsprünge ihr gesamtes Können aufbieten. Zu einem Highlight der Veranstal -tungen im Springreiten gehört unzweifelhaft das traditionelle Hamburger Springderby in Klein Flottbek. Abgesehen von einer 10jährigen, kriegsbedingten Auszeit, findet das Derby kontinuierlich seit 1920 jährlich statt.

VIDEO: 
Hamburger Derby 2011
Sieger: Andre Thieme mit Nacorde
http://www.youtube.com/watch?v=diHLS0shS1s


Der Begriff Springreiten beinhaltet auch das Stil,- Zeit und Mächtigkeitsspringen. Junge Pferde weden beim Stilspringen in Hinsicht auf spätere Aufgaben nach ihren Qualitäten, Reiter auf einer Wertpunktskala von 0 -10 beurteilt. Zeitspringen gewinnen Pferd und Reiter mit der schnellsten Zeit und den wenigsten Fehlern. Das Mächtigkeits -
springen besteht aus dem fehlerlosen Überspringen eines einzigen Hindernisses. Ist ein Sprung erfolgreich, wird bis zum Reißen erhöht. Der Weltrekord wird von dem chilenen Alberto Larraguible Morales gehalten. Er sprang 1947 mit seinem Pferd Huaso 2,47 Meter hoch.

Springreiten
wird durch unterschiedlich schwere Anforderungen des Parcours in folgende verschiedene  Klassen unterteilt:
A , L, M, S, Sa, Sb
A  -  Anfänger Klasse:
        6 -12 Hindernisse. Höhe bis 1,10 Meter.
L  -  Leichte Klasse:
        8 - 16 Hindernisse. Höhe bis 1,30 Meter.
M -  Mittelschwere Klasse:
        12-20 Hindernisse. Höhe bis 1,40 Meter,
        maximal 4 Meter weit.
S -  Schwere Klasse:
        erneut unterteilt in Sa und Sb Springen.
Sa - Langer Parcours:
        13 - 20 Hindernisse. Höhe 1,60 Meter,
        maximal 5 Meter  weit, ggf. Doppel und            Dreifachsprünge
Sb - Langer Parcours: 6 - 8 schwere                        Hindernisse.
Höhe 1,70 Meter, maximal 5 Meter weit.


Mit zu den bekanntesten deutschen SpringreiterInnen mit Deutschen Meistertiteln gehören u.a: Meredith Michaels Beerbaum,
Imke Harms, Janne Friederike Meyer,
Helena Weinberg, Eva Bitter, Lene Nissen-Lembke.
Fritz Thiedemann, Hans Günther Winkler,
Fritz Ligges, Paul Schockemöhle, Ludger u. Markus Beerbaum, Franke Sloothak, Otto Becker, Markus Ehning, Rene Tebbel.

Bekannte Springpferde sind u.a.: Meteor, Halla, Deister, Shutterfly, Checkmate, Goldfever, Rulanda, Lassen Peak, For Pleasure, Team Harmony Coupe de Coeur.

Imke Harms, hier mit Rulanda,  >
ist mehrfache Deutsche Meisterin
in der S - Klasse, so wie auch
mehrfache Niedersächsische
Landesmeisterin, zuletzt 2010.

VIDEO:
Imke Harms auf Godik in Hannover
Godik Gelding Giorgio M-Springen 
http://www.youtube.com/watch?v=qOdWuAVr79Y




Nationale und internationale  Veranstaltungen, U.a.:
-- Deutsche Meisterschaft seit 1959.
-- Deutsches Spring-Derby Hamburg seit 1920,- Aachener Chio seit 1924,-
-- German Masters Stuttgart seit 1985,- German Classics Hannover seit 1989.
-- Internationale Veranstaltungen:
    Olympiade seit 1900,-
    Europameisterschaft seit 1957.
Die Weltmeisterschaften bzw. "Weltreiterspiele" im Springreiten fanden erstmals 1953, in Paris statt. Seit 1956 werden die sie alle vier Jahre ausgetragen. Seit 1978 werden auch Mannschaftsweltmeister ermittelt.



Text: Reiner Rohde
Fotoquelle:
(1) French weekly magazine
(3) R_M.E. / (7) Templermeister. - Pixelio.de
(2,4,5,6) Reiner Rohde - Hamburger Derby 2011
(8) Imke Harms

 








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