auf dem Rücken der Pferde...

 

Pferderennen

Viele Menschen verstehen unter einem Pferderennen das Galopprennen schlechthin. Beim näher "hinsehen" tut sich überraschender Weise eine überaus beträchtliche Anzahl von unterschiedlichen Begriffen auf. Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit dieses komplexen Themas, doch veschaffen wir uns hier einen kurzen Überblick über die verschieden Begrifflichkeiten des Ausdruckes Pferderennen.

Gehen wir zu Beginn auf Das Wagenrennen ein. Es gibt kaum ältere schriftliche Aufzeichnungen als darüber. Wer mag, kann dieser Tatsache seinen Respekt zollen. Immerhin geht es hier um die kultivierte Beziehung zwischen Mensch und Pferd in den letzten 2130 Jahren!

Für die sensiblen Vierbeiner war dieses Kapitel sicherlich durch Gründe wie z.B. Kriege oder Völkerwanderungen so traurig und traumatisch, wie auch für viele Menschen. Von einer schlechten Haltung und Behandlung in menschlicher Hand, während dieser Jahrhunderte, einmal gänzlich abgesehen. Doch gab es in allen Epochen auch immer die große Sehnsucht vieler, vom sagenumwobenen Pferdevirus angesteckter Menschen, die sich liebevoll, leidenschaftlich und mutig
mit Pferden zusammengefunden haben um sie besser kennen zu lernen und zu verstehen. In der Antike war das nicht anders als heute.

Tatsächlich gibt es Quellen die belegen, dass es schon bei den Olympischen Spielen 680 v.Chr. in Rom, „Das Erste Wagenrennen“ gab. Das Tethrippon:


Gelenkte Vierspänner, 12 Runden, über eine Distanz  von etwa 14 Kilometern. Überliefert ist der Name einer Olympia,-Siegerin aus zwei dieser Rennen.
--- "Kyniska aus Sparta"---
Um 640 v. Chr. fanden bereits erste Hengstrennen bei den Römern statt, sozusagen


„Die ersten dokumentierten Galopprennen“:
Schriftlich überlieferte Rennen gab es auch bereits 1309 in Newmarket / England.
Das erste G-Rennen der Neuzeit fand übrigens 1776 in Doncaster / England statt.
In Deutschland wurde  die erste G-Rennbahn 1823 in Bad Doberan eröffnet.


Das heutige international geltende Reglement für Galopprennen verdeutlicht,
was genau unter so einem Rennen zu verstehen ist.

Es gilt: Alle Gangarten sind erlaubt, wer als erster das Ziel erreicht, ohne andere Teilnehmer zu behindern, ist Sieger. Da gestreckter Galopp, die schnellste Gangart eines Pferdes ist, werden die Rennen natürlich immer entsprechend ausgetragen.  Man unterteilt Galopprennen in Hindernis,- oder Flachrennen, das auch Klassisches Rennen genannt wird. Flachrennen gehen international über Distanzen von 800 m - 4800 m. Pferde bringen auf  unterschiedlichen Distanzen andre Leistungen. Dadurch kommt es diesbezüglich zu verschiedenen Begriffen.

Ein Steher zeigt beste Leistungen auf langen Strecken. Ein gutes Pferd auf mittleren Strecken nennt man Meiler. Der Begriff für Pferde die auf kurzen Distanzen ihre Qualitäten besitzen ist Flieger. Beim Galopprennen gehen  hauptsächlich Vollblüter an den Start.




Die Pferde werden von einem Berufsreiter geritten, dem Jockey. Ein Jockey darf  nicht mehr als 55 kg wiegen, Amateure 60 kg. Jockeys haben eine 3 jährige Ausbildung und mindestens 50 A Klasse- Rennen gewonnen. Sowohl Frauen als auch Männer üben diesen Beruf aus. Es gibt in Deutschland 47 Galopprennbahnen. Die bekanntesten Bahnen sind u.a. in Baden-Baden, Hoppegarten - Berlin, Dortmund - Wambel, Bad Doberan und Hannover.

Hier ein VIDEO vom Deutschen Derby 2008
http://www.youtube.com/watch?v=rU1dnibnZ70

Steeplechase-Rennen:
Steeplechase (etwa: Kirchturmjagd) ist eine im Vereinigten Königreich, Tschechien, den USA, Frankreich und Irland verbreitete Art des Pferderennens. Bei einer Steeplechase müssen die verschiedensten natürlichen Hindernisse wie Zäune, Gräben und anderen Arten von Hindernissen übersprungen werden. Der Name leitet sich von frühen Formen des Rennens ab, bei denen sich die Reiter an markanten Ortspunkten, den „steeples“ (Kirchtürmen) orientierten. Die Bezeichnung wird in England heutzutage allgemein für Distanzhindernisrennen verwendet. Die offizielle englische Bezeichnung ist „National Hunt Racing“. Das bekannteste ist das „Grand National“ Rennen auf dem Aintree Racecourse in Liverpool, welches bereits seit 1837 durchgeführt wird. Seit 1874 findet in Pardubice in Tschechien jährlich (meist Mitte Oktober) das wegen seiner zahlreichen Stürze berüchtigte Pferderennen Velká Pardubická (Pardubitzer Steeplechase) statt, das härteste Galopprennen auf dem europäischen Kontinent.

Steeplechases wie das Grand National und Pardubitz sind wegen der hohen Verletzungsraten unter Pferdefreunden umstritten und gehen regelmäßig mit Protest von Tierschützern einher. Von 1997 bis 2003 starben bei diesen Rennen fast 30 Pferde. Trotz mittlerweile verringerter Teilnehmerzahl, Notaus gängen für reiterlose Pferde, und entschärften Hindernissen mussten auch 2003 noch zwei Pferde aufgrund schwerer Stürze eingeschläfert werden. Trotz oft spektakulärer Stürze von Ross und Reitern sollte allerdings nicht vergessen werden, dass viele Pferde mehrmals in diesen Rennen an den Start kommen. Red Rum, der dreimalige Gewinner der Grand National von Liverpool, hat außerdem 2x den zweiten Platz im National belegt und ist nie gefallen. Bis zu seinem natürlichen Tode im hohen Alter führte er als lebende Legende die Parade der teilnehmenden Konkurrenten der Grand National an.

Hindernisrennen:
führen über künstliche so wie natürliche Hindernisse.
Hier wird in Hürdenrennen über 2000  - 4000 m, und Jagdrennen 3600  - 7500 m getrennt. Zuchtrennen sind klassische Rennen, die unter 3 jährigen Pferden statt finden. Es gehört zur Regel, dass dabei alle Pferde  gleiche Gewichte tragen. Neben Stuten,- Schimmel,- Hengst und Ponyrennen existieren auch die so genannte Listen,-Heat,- Gruppen,- Ausgleich,- und Verkaufsrennen.

Gangrennen:
Von der Bewegungsform des Galopp einmal abgesehen, verfügen Pferde natürlich auch  über andere Gangarten wie Schritt, Trab, Tölt oder Pass. Daraus folgt, das  vom Schritt einmal abgesehen, auch in diesen Gangarten Rennen stattfinden.
Bei einem Trabrennen laufen die Pferde vor einen sogenannten Sulky (Fuhrwek)
Der Sulky wird von einem Fahrer gelenkt und wird über Seitenstangen in der Spur gehalten. Die Stangen dienen gegebenenfalls auch zum Geraderichten des Pferdes.

Falls ein Pferd während des Rennens in eine andere Gangart wechselt, wird es disqualifiziert. Trabrennen gehen über Distanzen zwischen 1600 m – 2300 m. Bekannte deutsche Bahnen sind u.a. in Berlin-Mariendorf, Gelsenkirchen, Hamburg-Bahrenfeld, München-Daglfing.


VIDEO
Trabrennen mit Donato Hanover in Chicago USA
http://www.youtube.com/watch?v=VQkzrM7m1f4

Ein Töltrennen wird meistens von Isländerpferden gelaufen.Im Tölt gibt es keine Schwebephase, er läuft im Viertakt und hat acht Phasen. Ein oder zwei Beine sind immer am Boden. Hinten links, vorne links, dann hinten rechts, vorne rechts. Ist beim Rennen keine Taktklarheit zu erkennen, folgt die Disqualifikation. In der Gangart Pass werden Hinter- und Vordebein gleichzeitig bewegt. Sie berühren also gleich -zeitig den Boden. Passrennen finden häufiger in Skandinavien, den USA und Kanada statt.

Allgemein ist zu bemerken, dass der ursprüngliche Grund nahezu aller Rennen dazu dient(e), Pferde zu präsentieren, sie in ihrem Potential zu vergleichen, die Besten unter ihnen zur Zucht einzusetzen. Preise zu gewinnen und Siegprämien zu kassie -ren, stehen natürlich auch im Vordergrund von Züchtern und Veranstaltern. Der Reiz für Reiter, und Fahrer sich der geballten Horsepower in ihrer " fliegenden, galoppie -renden und trabenden Anmut " zu stellen, um sich auszuprobieren, war wohl schon immer eine große Herausforderung für Pferdeliebhaber.


Text: Reiner Rohde
Fotoquelle: Pixelio.de
(1) th bells Carsten Grunwald - Quadriga
(2,4) Mandy Bremse - Startbox,-Feld
(3) petplei - zwei Jockeys
(5) b broianigo - Sulky
Text über Steeplechase-Rennen von Wikipedia:
„Creative Commons Attribution/Share Alike“





 








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