auf dem Rücken der Pferde...

 

Westernreiten

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts begann in Nordamerika eine ausgeprägte Weide und Viehwirtschaft. Mehr und mehr wurde auch bei der Arbeit mit dem Vieh die Hilfe von Pferden in Anspruch genommen. Zuvor wurden Pferde schon lange in der Landwirtschaft oder beim Militär eingesetzt. Durch den Umgang mit Rindern und Pferden, standen Pferd und Reiter vor einer neuen Ausbildungs Situation. Das Handling mit dem Vieh und das Einfangen von Wildpferden verlangte den Pferden und Reitern einiges ab.

Cowboy ca. 1887 Montana.
Schon vor der Zeit der nordamerikanischen Rancher, hatten spanische Siedler bereits vor allem den Süden Californiens besiedelt. Die Arbeitsweise der Vaqueros, den berittenen Ranch Arbeitern der Haziendas, basierte auf der Tradition alter Klassischer Reiweise. Nun entwickelte sich auf den Ranches der Beruf des Cowboys, der durch Reitweise und Stil des Vaquero, stark beeinflußt wurde. Zur Zeit der großen Viehtriebe hatte Cowboy Arbeit mit Wild West Romantik nicht viel zu tun.

Auch heute noch sind die praktizierten Disziplinen im Westernreiten sehr umfangreich. Es folgt eine Übersicht über einige Disziplinen des Westernreiten,  bei denen Prüfungen von der Ersten Westernreiterunion Deutschlands, EWU stattfinden.

Cutting:
Das Verb -to cut- hat eine vielfältige Bedeutung. In diesem Zusammenhang bedeutet es ganz offensichtlich etwas heraus zu trennen, abzuschneiden, nämlich das Rind von der Herde. Cutting gehört(e) ursprünglich zu der alltäglichen Rancharbeit eines Cowboys. Eine Prüfung wird dahingehend beurteilt wie es dem Reiter gelingt, zeitlich durch 2,5 min. limitiert, ein Rind von der Herde abzusondern, zu cutten. Eine besondere Beobachtung gilt in dieser Disziplin dem Pferd. Wie gelingt es ihm, das Rind von der Herde abzuhalten, ihm den Weg abzuschneiden damit es nicht seinem Herdentrieb folgen kann und unmittelbar zu dieser zurückkehrt ?


                        Gudrun Neuhaus von der Seven-Gate-Ranch auf Harry

Hierbei spricht man vom Cow Sense eines Pferdes, der dem Pferd ermöglicht auf die Ausfallbewegungen eines Rindes nicht nur unmittelbar zu reagieren, sondern diese schon vorher intuitiv zu erfassen. Der Reiter darf währen der Arbeit des Pferdes am Rind keine Hilfen geben. Seine Reitkünste sind hier speziell gefragt, da durch die abrupten Bewegungen des Pferdes die Gefahr groß ist, unfreiwillig abzusteigen.

Eine Diskussion über Stierkampf wird bezüglich des folgenden Videos an dieser Stelle nicht geführt. Vielmehr stehen die Betrachtungen der Mannöver von Pferd (Merlin) und Pablo Hermoso y La Paquera (Reiter) im Vordergrund. Hier sieht man u.a. auch aus der Vaquero Arbeit entstandene Mannöver des Pferdes in Vollendung. Der Film beginnt ca. 90 Sek. nach den Fotos !
VIDEO:
http://www.youtube.com/watch?v=zzhpQcEsAgs



                        Cowboy Horst Höbel hier auf Smokey beim warm up roping

Working Cowhorse:
ist wie der Name schon sagt aus der gleichen Arbeit am Rind entstanden, es besteht allerdings aus zwei Teielen. Die Dry Work (Trockenarbeit) besteht aus einem Reining Pattern (siehe Disziplin Reining). Die Fence Work  bedingt das „in Schach“ halten des Rindes an einer Bande oder Zaun. Mit zu den Disziplinen in denen Rinder gearbeitet werden, gehören auch das Team Penning und Team Sorting. Dabei werden Rinder zeitlich limitiert (2:30 min) aussortiert und in einen Pferch (Penn) getrieben. Beim "Working Ranch Horse" wird die Rittigkeit, der Cow Sence, und die Roping Eignung (Lasso Arbeit) eines Pferdes beurteilt.

Reining:
Der Begriff Reining leitet sich von Reins ab, was auf deutsch Zügel bedeutet.
Es ist eine Disziplin, die durchgehend im Galopp geritten wird.

Manöver wie hier der Sliding Stop von Becky Hanson, bei dem das Pferd auf der Hinterhand, fast den Boden berührend, den Galopp „ausbremst“, den Spins (die 360 Grad Drehung), den Backups (Rückwärtsrichten), und Roll Backs, (180 Grad Wendung auf der Hinterhand), gehören zur anspruchsvollen Tradition des Reining. Bei einem Turnier werden die „Pattern“, die zu absolvierende Aufgaben, auswendig geritten. Das Pferd galoppiert in Zirkeln, wobei es auch zu fliegenden Galoppwechseln kommt. Reining wird auch als „Dressur“ im Westernreiten bezeichnet. Ein gut ausgebildetes Pferd reagiert unmittelbar schon auf kleinste Hilfen wie z.B. Gewichtsverlagrung im Sattel, Schenkeldruck oder Fußbewegungen ggf. über Sporen. Aus dieser Reitweise leitet sich auch das, so typische Reiten mit nur einer Hand am Zügel ab, da der Cowboy oder Vaquero, bei seiner Arbeit eine freie Hand zum agieren brauchte. Seit 2002 wurde das Reining als weitere Pferdesportart auch in das Progamm der Weltreiterspiele aufgenommen die den Status einer Weltmeisterschaft haben. Amtierender Weltmeister seit 2010 in Kentucky USA ist Tom McCutcheon USA. Den Weltmeistertitel in der Mannschaftswertung gewann ebenfalls die USA.

Freestylereining:
Diese Art des Reinings überlässt Pferd und Reiter die freie Wahl der Pattern und Auswahl der Musik. Es gibt auch Vorführungen, bei denen auf Zaumzeug und/oder Sattel verzichtet wird.

Trail:
Unter anderem wird Trail aus dem englischen als Lehrpfad übersetzt, was die Westerndisziplin Trail wohl am besten beschreibt. Es geht darum, wie geschickt Pferd und Reiter einen Parcours mit Hindernissen durchreiten. Zu einem geprüften Trail gehören simulierte Situationen, die ein Cowboy bei der Arbeit auf der Ranch oder im Gelände erledigen kann. Nachgestellt werden traditionell z.B. das Überqueren einer Brücke, das Durchreiten von Toren auf der Weide oder das Überqueren von Stangen. Das Pferd führt diese Übungen im Schritt, Trab und Galopp aus. Die Übungen erfordern auch Seitengänge und das Rückwärtsrichten der Pferde. Die Jury bewertet nicht nur eine Verweigerung, oder anecken an Hindernissen, sondern auch wie cool und harmonisch Pferd und Reiter den Parcours durchreiten

Westernriding:
ist eine sehr anspruchsvolle Disziplin des Westernreitens. Das Hauptaugenmerk liegt hier auf dem Pferd wie schon zuvor beim Trail. Es werden Galoppwechsel am losen Zügel gefordert, die auf den Punkt genau stattfinden. Hier sind Pferde gefragt, die sich leitfüßig und flüssig bewegen.

Western Horsemanship:
Mit Reitkunst ist der Begriff Horsemasnship wohl am treffendsten übersetzt. In dieser Disziplin geht es vornehmlich um die Leistungen des Reiters. Bewertet werden Hilfegebung, kontrolle über das Pferd und die Haltung des Reiters. Traditionell besteht die Disziplin aus zwei Teilen. Der erste und überwiegend bewertete Teil besteht aus „Pattern“ ähnlich derer beim Reining. Teil Zwei, die Railwork, verläuft wie eine Pleasure Prüfung, wobei die Bewertung sich mehr auf den Reiter bezieht als auf das Pferd.

Hier ein "unknown Cowboy" beim warm up.

Western Pleasure:
Pleasure bedeutet  Freude oder Vergnügen. So sollten die Pferde der Jury im besten Falle auch  vorgestellt werden. Am losen Zügel und entspannt. Pleasure wird in Schritt, Trab und Galopp geritten und zwar in Gruppen. Die Jury gibt an was zu reiten ist. Unter anderem werden Haltung, Übergänge in eine andere Gangart, oder die Haltung von Pferd und Reiter bewertet. Es wird auf die Hilfen der Reiter geachtet und wie diese vom Pferd angenommen werden. Dieses sensible Zusammenspiel erfordert hohe Konzentration.

Superhorse:
ist eine Disziplin die durch die EWU, - Erste Westernreiter Union Deutschland e.V. -  ins Leben gerufen wurde. Geprüft wird eine Mischung aus Elementen der Disziplinen Reining, Trail, Westernriding und Pleasure.

Barrel Race:
Barrel Race, zu deutsch Faß Rennen, wird auf Tempo durch drei markierte Fässer geritten. Dies geschieht in einer bestimmten Reihenfolge. Die Fässer dürfen nicht umgestoßen werden.Diese Disziplin ist den Cowgirls vorbehalten und wird besonders gern auf Rodeos geritten.



The Western Horses
American Quarter Horses, Appaloosas
und Paint Horses sind seit dem 18. Jahrhundert die bekanntesten Pferde in der traditionellen Westernreiterei. Quarters Horses sind eine Züchtung, die in den USA für die Rancharbeit optimiert wurde und auch noch heute die am meisten einge -setzten Pferde im Westernreiten sind.
< American Quarter Horse
Stockmass 145 – 160 cm.


Appaloosa kamen durch die Spanier nach Nordamerika, wo sie durch ihre Rittigkeit und intelligenz, maßgeblich an der Entwicklung des Arbeits,- und Reitstils der Vaqueros und später der Cowboys beteiligt waren.
< Appaloosa, Stockmass 142 – 165 cm.
Der Indianer Stamm der Nec Perce war berühmt für die Zucht von Appaloosas. Sie siedelten traditionell in den heutigen Staaten Idaho, Washington, Oregon und Montana.


Paint Horses
sind eine Rasse die ebenfalls in den USA gezüchtet wurde. Eine eigene Rasse, deren Ursprung eng mit der Zucht von Quarter Horses verbunden ist und die hauptsächlich im Westernreiten eingsetzt wird. Stockmass 142 – 158 cm. Paint Horse >
Natürlich sind alle Pferderassen die entsprechend ausgebildet sind auch im Westernstil zu reiten. Ponyrassen ebenfalls.




Text: Reiner Rohde
Fotoquelle:
(1) Web.Quelle unklar
(2) Sabine Sebald © - http://www.skinfaxa.de
Gurun Neuhaus-calf cutting - http://www.seven-gate-ranch.com  
(3) Horst Höbel
(4) free download Becky Hanson-sliding stop
(5) Reiner Rohde Cowboy - warm up
(6) free download evelynbelgium- Quarterhorse
(7) Susann & Oliver Stempinski Appaloosa Eastside - Danke !
(8) Rita Thielen-Pixelio - Painthorse

 








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